Stuttgart 21: Ein wenig Licht am Ende des Tunnels
Die Tunnelbauer haben beim Projekt Stuttgart 21 rund zwei Drittel geschafft. Am Montag feierten sie einen Durchschlag in Feuerbach. Einige Anwohner haben eher keinen Grund zur Freude.
Stuttgart: Milliarden teurer und viele Jahre später fertig: Die Männer, die die Tunnel für das Bahnprojekt Stuttgart 21 durch die Landeshauptstadt graben, hatten in den letzten Monaten wenig aufbauende Schlagzeilen zu verkraften. Dabei setzen sie in knochenharter Schichtarbeit nur um, was Ingenieure zuvor berechnet hatten. Die waren nicht immer ganz frei von Einflussnahme aus dem Bahnvorstand. Um Kostenprognosen zu halten, wurden Tunnelwände dünner geplant als von den Fachleuten zunächst vorgesehen. Nun werden sie auf dem unterirdischen Weg von Feuerbach in die Stadtmitte wieder einen Meter dick. Und sie werden mit so viel Stahl bewehrt, dass sie gegen den Druck möglicherweise quellenden Anhydritgesteins standhalten sollen.
Am Montag feierten die Mineure für eine der beiden je etwa 2,5 Kilometer langen Röhren von Feuerbach zur Stadtmitte unter dem Kriegsberg den Durchschlag. Man wolle einen für die nächsten 100 Jahre sicheren Tunnel, sagte Olaf Drescher, der neue stellvertretende Geschäftsführer der S-21-Baugesellschaft. Die Strecke sei äußerst anspruchsvoll, so Drescher. Man wolle die Herausforderung meistern, peile im Juli den Durchschlag im Paralleltunnel an, und man habe „keine nennenswerten Hebungen“ zu verzeichnen. Die letzte Äußerung dürften Anwohner, die über Risse in ihrem Haus klagen, bezweifeln….
Quelle und Volltext: Stuttgarter-nachrichten.de